Wo bleibt die Wertschätzung?

Der Umgang miteinander wird scheinbar immer rauer und die Sprache roher. Vielleicht kommt es durch die neuen Medien, in denen jeder anonym bleiben kann und sich deshalb keine Zurückhaltung auferlegen muss. Vielleicht spielt im Arbeitsalltag auch der Arbeits- und Zeitdruck dem viele ausgesetzt sind, eine zunehmende Rolle. Ich finde es allerdings zu einfach, sich hinter diesen Gründen zu verstecken und verbale Entgleisungen einfach hinzunehmen. Wir sollten uns bewußt machen, dass ein wertschätzender Umgang miteinander zu mehr Toleranz und Leistungsbereitschaft führt und letztendlich zu mehr Unternehmenserfolg.  Wer sich wertgeschätzt fühlt, bleibt gesünder und leistungsfähiger und ist bereit, sich mehr einzubringen.

Nachstehend einige Beispiele dafür:

  1. Durch das SK-Prinzip – eine Methode zur solidarischen Entscheidungsfindung – werden alle Beteiligten mit einbezogen und anstatt Beschlüsse durch Mehrheitsentscheidungen zu treffen bei denen es immer Sieger und Verlierer gibt, werden beim SK-Prinzip die Widerstände auf einer Skala von 0 – 10 aufgedeckt. Dadurch kann jeder seine Meinung äußern und Vorschläge einbringen ohne an Machtverhältnissen arbeiten zu müssen. So wird der größtmögliche Konsens erreicht.
  2. Um alle Bedenken oder Widerstände zu erkennen und auszuräumen eignet sich das SK-Prinzip als konfliktfreie bzw. konfliktlösende Methode. Nehmen wir das Beispiel “Hund am Arbeitsplatz”.  In immer mehr Unternehmen dürfen die Mitarbeiter ihre Hunde mit zur Arbeit bringen. Das erhöht die Arbeitgeberattraktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Außerdem verstärkt es die Bindung an das Unternehmen und führt zu höherer Leistungsbereitschaft. Es bedarf aber auch umsichtiger Vorbereitung und klarer Regeln um „Kollege Hund“ problemlos zu integrieren.  Das SK-Prinzip erleichtert die Absprachen mit allen Kollegen und führt zu nachhaltigen Ergebnissen.
  3. Hunde können auch zu einem wertschätzenden Umgang miteinander beitragen, denn gerade im manchmal hektischen und lauten Alltag ist es interessant zu sehen wie Hunde darauf reagieren. Wie in jeder Familie gibt es auch bei uns kontroverse Diskussionen bei denen es manchmal hoch hergeht. Dabei muss es sich nicht einmal um einen Streit handeln. Es reicht ein aufgeregter Tonfall und schon verzieht sich unsere  Labrador Hündin Kuba in eine entfernte Ecke. Das gleiche Verhalten zeigt der Hund einer Freundin der immer im Büro dabei ist. Wenn es eine laute, heftige Diskussion zwischen den Kollegen oder mit ihrem Chef gibt, verschwindet Balu gleich unter ihrem Schreibtisch und kommt erst wieder hervor, wenn sich der Tonfall beruhigt hat.

Diese Reaktionen haben bei mir dazu geführt, meine Ausdrucksweise und mein Verhalten öfter kritisch zu hinterfragen. Verletze ich mein Gegenüber gerade mit meinen vielleicht zu heftigen Reaktionen oder will ich meine Meinung unter allen Umständen durchsetzen? Oftmals kommt dann das SK-Prinzip (Systemisches Konsensieren) ins Spiel und die Konflikte werden zu aller Zufriedenheit beigelegt. Dann kommt auch Kuba wieder entspannt aus ihrer Ecke hervor.

Ich wünsche allen einen Tag voller Wertschätzung

Christiane Mahlich