Alles auf einmal….

Sind Sie auch ein „alles auf einmal“-Typ?

Also ich eigentlich gar nicht, weil ich nicht Wasser predigen und Wein trinken will, heißt: wenn ich Ihnen empfehle, zu entschleunigen und immer nur eine Sache zu machen, kann ich nicht Multiworking betreiben. Aber manchmal ertappe ich mich doch dabei.

Ich war gerade eine Woche im Urlaub an der Nordsee. Wir hatten ein schnuckeliges Ferienhaus in dem nicht nur wir uns sehr wohlfühlten sondern auch unser Hund Kuba. Ich bemühe mich immer nicht mehr mitzunehmen als wir auch wirklich brauchen, aber meist will dann doch das eine und andere Teil eingepackt werden, denn man kann ja nie wissen ob es nicht kälter, wärmer, nasser etc. wird und man eben mehr brauchen würde. Bei der Abreise vom Urlaubsort ist das Packen einfacher, denn man kann nur einpacken was da ist. In einem Hotelzimmer mag das ja gut funktionieren, aber in einem Ferienhaus…..
Im Laufe der Urlaubswoche hatte ich alle Sachen gut verteilt. Das Hundefutter im Küchenschrank, die Getränke auf der kühlen Terrasse, die Kleidung im Schlafzimmerschrank und im Kinderzimmer.
Am liebsten packe ich immer am Abend vor der Abreise, dann brauche ich am nächsten Tag nur noch zu kontrollieren ob ich auch alles habe. Mein Mann findet das aber immer sehr ungemütlich und manche Sachen kann man ja auch erst zum Schluß verstauen. Nachdem wir  nicht zu einer bestimmten Zeit abfahren mußten, hatten wir am letzten Tag auch alle Zeit der Welt. Aber wie das dann so ist, wir wollten so früh wie möglich fahren, da wir eine lange Strecke vor uns hatten.

Die Kleidung war schnell im Koffer verstaut und die restlichen Getränke und leeren Flaschen in einem dafür bereitstehenden Korb untergebracht. Während ich den letzten Frühstücks- Abwasch machte, fiel mir ein, doch schnell den Kühlschrank auszuräumen und als ich das Gemüsefach leerte, ging ich zwischendurch mal eben in den  Garten um den Roller zum Auto zu bringen. So. Alles fertig und los.

Und wie das so ist, hänge ich mit meinen Gedanken auf den ersten Kilometern noch der schönen Zeit nach und verabschiede mich von allen bekannten Orten. Nach einer Stunde dann fiel es mir ein: ich hatte die Hundeleckerlis vergessen. Sie waren im oberen Küchenschrank und den hatte ich nicht mehr aufgemacht. Zu Hause angekommen vermißte mein Mann die leckeren Kartoffeln die wir extra mitnehmen wollten. Mist! Die waren in der unteren Schublade im Vorratsschrank zusammen mit den Zwiebeln.
Hätte ich mir die Zeit genommen nochmal in alle Schränke und Schubladen zu schauen anstatt alles schnell, schnell zu machen, wäre das nicht passiert. Und hätte ich nicht jede Tätigkeit unterbrochen sondern eins nach dem anderen der Reihe nach fertig gemacht anstatt kurz mal hier und eben mal da etwas zu tun, hätte ich wahrscheinlich nichts vergessen.

Aber hätte, hätte, Fahrradkette…… ich ärgere mich schon etwas über meine Hektik und nehme mir vor, das nächste Mal entspannter eins nach dem anderen zu machen.

In diesem Sinne immer schön eins nach dem anderen…

Ihre Christiane Mahlich