Einen Hund im Büro kann ich mir zeitlich gar nicht leisten.

Zugegeben, ein Hund kostet Zeit. Man muss mit ihm Gassi gehen, sinnvoller Weise auch in die Hundeschule (d.h. ich muß pünktlich Feierabend machen) und ihm auch sonst tagsüber immer mal wieder Zeit widmen.
Früher habe ich meist mittags durchgearbeitet, nebenbei schnell eine Kleinigkeit gegessen (was es war wußte ich hinterher oftmals gar nicht) und dabei Mails gelesen oder mich anderweitig beschäftigt. Nun fordert Kuba die Mittagspause ein. Wenn ihre innere Uhr Zeit zum Gassigehen signalisiert, stubbst sie mich an und fordert  meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wir gehen dann meist 45 – 60 Minuten um den See oder treffen uns mit ihrem Kumpel zum Spielen. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Zeit dafür habe. Falsch: dass ich mir die Zeit dafür nehme! Aber es geht.

Die Bewegung in frischer Luft – egal bei welchem Wetter – tut mir auch gesundheitlich ausgesprochen gut. So vermeide ich das Suppenkoma und fühle mich fit und aktiv. Mit der richtigen Prioritätensetzung schaffe ich es sogar, abends  dafür nicht länger zu arbeiten sondern meine Planung einzuhalten die ich zur besseren Übersicht mit geschätzten Zeitfenstern versehe.

Dadurch, dass ich mir abends bereits überlege womit ich am nächsten Morgen beginnen möchte – und wie lange es dauern würde – fange ich nicht immer mit den Emails an sondern mit der wichtigsten geplanten Aufgabe. Das kann durchaus auch mal etwas Unangenehmes sein, das ich schon längere Zeit vor mir herschiebe und endlich erledigen will. Danach fühle ich mich in der Regel befreit und kann mich voll konzentriert der nächsten Aufgabe widmen. Z.B. meinen Emails.

Außerdem habe ich mir angewöhnt, das Pareto Prinzip zu befolgen, also mit 20% Aufwand 80% des Ergebnisses zu erreichen. Ich mache keine unnötigen Recherchen mehr oder hinterfrage das Ergebnis dreimal. Ich fange auch nicht eine Aufgabe an um mich von der nächsten ablenken zu lassen und mich lieber damit zu beschäftigen. Ich arbeite eins nach dem anderen ab.

Damit kommt wesentlich mehr Ruhe in meinen Tag. Ich bin ausgeglichen, schaffe mein Pensum trotzdem und tue auch noch etwas für mein Wohlbefinden und das von Kuba weil sie einfach dabei sein darf.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen entschleunigten Tag.
Ihre Christiane Mahlich