Tragfähige und konfliktfreie Entscheidungen erreichen durch Systemisches Konsensieren

Vielleicht haben Sie auch schon erlebt, dass Entscheidungen durch Macht oder (hauchdünne) Mehrheiten zustande kamen mit der Folge, dass neue Konflikte entstanden die die Zusammenarbeit stark belasten können. Besonders in der Politik kann das zu erheblichen Differenzen führen. Personenwahlen sind naturgemäß sehr emotional und im Vorfeld oft stark konfliktbeladen.

Nun heißt es aber nicht, dass alle, die z.B. den einen Kandidaten gewählt haben, automatisch gegen den anderen sind.  Denn nicht die Zahl der Befürworter ist entscheidend für ein nachhaltiges Ergebnis, sondern die Qualität der Vorschläge in den Augen aller.

Sehen wir uns solche Konstellation doch mal am Beispiel einer Klassensprecherwahl an.

Kandidaten  Schüler   1 – 24      2      3      4      …..    23     24   WIST

gesamt

Rangfolge
Hans       0    0      0     0    10      9 124       3
Lisa       0    3      4     3      6      5 118       1
Klaus       4    4      2     7      5      2 122       2
Sabine       4    8     10     3      3      8 135       4

Unter dem Aspekt der Bewertungen auf der SK-Skala von 0 (gar kein Widerstand) bis 10 (lehne ich total ab), scheint auf den ersten Blick Hans der Sieger der Klassensprecherwahl zu sein. Er ruft zumindest bei vielen in seiner Klasse gar keinen Widerstand hervor und wird von ihnen favoretisiert. Allerdings gibt es zwei Schüler, die ihn völlig bzw.  sehr stark ablehnen.  Ähnlich ist es bei Sabine. Dies könnte später dazu führen, dass sich Widerstände gegen diese beiden Kandidaten in Form von stiller Verweigerung bei der Mitarbeit oder von Vorschlägen manifestieren.

Dagegen sind die Bewertungen für Lisa sehr ausgeglichen, d.h. sie wird von allen am wenigsten abgelehnt und hat damit den höchsten Akzeptanzwert bei ihren  Mitschülern auch wenn sie keine absolute Favoritin ist. Bei ihr ist nicht damit zu rechnen, dass sie polarisiert und sich die Klasse bei späteren Konflikten in zwei Lager – Sieger und Verlierer – spaltet, da ihr die größte Konsensfähigkeit zugetraut wird.