Solidarisch entscheiden

Die Kunst solidarisch zu entscheiden durch Systemisches Konsensieren

Das Thema Marketing beschäftigt wieder einmal unsere Vorstandsrunde.  Wir  diskutieren ein neues Erscheinungsbild. Welche Farben wollen wir einsetzen, wie soll die Gestaltung aussehen? Das Brainstorming bringt viele Ideen hervor aber wie das in solchen Fällen ist, können wir uns nicht auf einen Vorschlag einigen. Es gibt so viele Aspekte zu beachten. Deshalb beschließen wir, mit Hilfe des Systemischen Konsensierens zu einer Lösung zu kommen. Diese Methode erzeugt keine Gewinner und Verlierer wie die meisten Mehrheitsentscheidungen sondern ist darauf ausgerichtet, eine solidarische Entscheidung herbeizuführen mit der alle leben können. Als erstes werden die Vorschläge gesammelt, dann die Argumente für und wider diskutiert und anschließend abgestimmt. Dabei zählen nicht die Zustimmungen  sondern die Widerstandswerte  denn nur die verdeutlichen  die wirklichen Bedenken.

Abgestimmt wird auf einer Skala mit  Widerstandswerten von 0 – 10
Jeder Wert kann mehrmals vergeben werden.
0 = ich habe keinen Widerstand gegen diesen Vorschlag
10 = dieser Vorschlag ist für mich unannehmbar
Alle Werte dazwischen drücken die Bewertung für den zweitliebsten, drittliebsten…… etc. Vorschlages aus falls der eigene Vorschlag nicht auf Rang 1 kommt.
Die Abstimmung erfolgt immer unter dem Gesichtspunkt des größtmöglichen Nutzens für die gesamte Gruppe. Der Vorschlag mit den geringsten Widerstandswerten erhält die Rangordnung 1.
Er spiegelt den größtmöglichen Konsens der Gruppe wider.

Vorschlag TN 1 TN 2 TN3 TN 4 TN 5 Widerstandsstimmen Rangfolge
       A     7      9      4      2       5              27         3
       B   10      3      8      1       6              38         5
       C     2      6      4      8       2              22         2
       D     0      3      0      4       4              11         1
       E     6      5      5      7       7              30         4

Bei dieser Methode konnte jeder bei seiner Meinung bleiben und trotzdem hatte man eine Lösung gefunden mit der alle leben konnten. Alle waren sich einig, kooperativ und gemeinsam zu diesem Ergebnis gekommen zu sein.

Beim Systemischen Konsensieren sind wir nicht gezwungen, uns zwischen JA und NEIN zu entscheiden, sondern haben die Möglichkeit, unsere tatsächlichen Bedürfnisse in Widerstandswerten auf einer Skala auszudrücken. Die differenzierte Bewertung erweist sich als Vorteil für einen selbst und für die ganze Gruppe. Konflikte werden vermieden und alle können die getroffene Entscheidung mittragen.